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Lieber Christian,
ich habe keine Ausbildung in Lebensberatung! Aber
ich lebe auf diesem Planeten seit 48 Jahren, von denen ich die
ersten 25 Jahre fast nur geweint habe. Ich glaube, daß meine
Tränen verantwortlich sind für den Anstieg des Weltmeerspiegels
und nicht die globale Erwärmung...:-)
So, diese Tatsache, und daß ich seit den
frühen 90ern ein rundum glücklicher Mensch bin, macht
mich zum Experten in dem Thema "wie man sich selbst aus
der Dunkelheit herauszieht". Jedes weitere Jahr bringt neue
phantastische Erkenntnisse und Einsichten, sodaß ich erwarte
noch vor Ende meines Lebens fliegen zu können...:-)
Die Antworten auf deine Fragen sind so
einfach wie sie schockierend sind: Wenn du keine schlechten
Gedanken mehr haben willst, dann mach dir gute Gedanken! Wenn
du ein fröhlicher Mensch sein willst, dann hör auf
mies drauf zu sein!
Leichter gesagt als getan? Stimmt, denn das ist
ein Prozeß, den du ja bereits gestartet hast, sonst könntest
du diese Fragen gar nicht stellen. Es gibt immer und massenhaft
die Angebote der "schnellen Dröhnung" um die Stimmung
anzuheben, aber wenn du eine anhaltende Lösung für
den Rest deines Lebens suchst, dann wirst du dich der Mühe
des Erwachens als Prozeß unterziehen wollen. Dieser
Prozeß ist eigentlich ganz einfach, wenn man beharrlich
und Schritt für Schritt, den unnützen Kram wegräumt,
den Kopf leerfegt, säubert, und Platz schafft für das
Neue... auch wenn es am Anfang ganz und gar unmöglich erscheint,
daß man jemals aus dem Jammertal herauskommen könnte!
Erst muß man das Alte loslassen,
damit etwas Neues hinzukommen kann.
Ich weiß nicht genug von dir, um gezielt
zu raten, aber um zu beginnen ist Meditation immer ein richtiger
Schritt.
Wenn du kein Bring-ich-mir-selbst-bei Typ bist, dann suche in deiner
Umgebung nach einem "freien Meditationslehrer", "frei" im
Sinne von: die Meditations-technik benutzt kein geheimes Mantra (ich
rate ab von TM), und der Meditationslehrer bietet mehrere Techniken zum
Erlernen der Meditation an und gehört keiner strikten Glaubensgemeinschaft
an. Meditation hat nichts mit Glauben zu tun!
Ein weiterer allgemeiner, dennoch starker Rat
ist: schalte den Fernseher ab, oder besser noch verschrotte ihn,
und fange an zu lesen! Lies so viel Bücher wie du kannst
- von A wie Astrologie über M wie Mutation bis Z wie Zoologie,
und was immer du pickst, es wird dir heute oder morgen dienlich
sein!
Und wie sieht es aus mit Alkohol? Dazu ein dritter
Rat, die wahrlich harte Nuß: laß es sein!
Wenn du aufhörst Alkohol zu konsumieren, zieht das gewaltige Veränderungen
nach sich, angefangen in deinem persönlichen Verhalten bis hin zum
sich verändernden sozialen Umfeld. Auch hier gilt, daß man
erst die Alten loslassen muß, damit neue Leute hinzukommen können.
Das manchmal schmerzhafte "Loch" in der Übergangsphase,
in der die Alten weg sind und die Neuen noch nicht da sind, ist genau
die Zeit in der wir am meisten lernen!
Sei dir bewußt, daß du etwas anderes
möchtest von dem was du hast, und das bedeutet Veränderung!
Scheint logisch, aber Vorsicht, das ist genau das woran wir alle
am Anfang scheitern: "Ich will fröhlich sein, ich
werde aber nicht aufhören mich mies zu fühlen beim
Schauen der allabendlichen Nachrichten". Oder: "Ich
will endlich lieben können, ich werde aber nicht aufhören
alles Böse zu hassen." Und besonders: "Ich
hasse mich selbst... warum liebt mich bloß keiner?"
Viel zu tun! Packen wir es an!
Ich kann dir nicht versprechen, daß der Weg der Selbst-Erkenntnis
einfach wird, aber ich kann dir garantieren, daß es nach jeder
Erkenntnis, egal wie schmerzhaft, immer einfacher und einfacher wird.
Es kommt der Tag, wenn du ehrlich an dir arbeitest, wo du dich kaputtlachst über
dich selbst! Garantiert!
Licht und Liebe in Einheit,
Angela |