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Bielefeld (ots) - Als Techniker ist Ferdinand Piëch über jeden Zweifel erhaben. Und als Stratege hat er im Lauf der Jahrzehnte die Konkurrenz - auch die im eigenen Haus - mehr als nur einmal düpiert. Der Patriarch des VW-Konzerns war es auch, er einstmals anmerkte, dass, wenn sich zwei Schwerkranke gemeinsam ins Bett legen, das Siechtum nur noch schneller vonstatten gehe. Gedankenspiele dieser Art gab es auch, als der Chef des hochverschuldeten Fiat-Konzerns, Sergio Marchionne, 2009 den Einstieg beim von der Insolvenz bedrohten US-Autobauer Chrysler bekanntgab. Marchionne bot technisches Know-how, nachdem zuvor der Staat und damit der amerikanische Steuerzahler bei Chrysler wie auch bei General Motors helfend eingesprungen war. Es war ein gelungener Schachzug des Fiat-Chefs. Denn mit der Erholung des amerikanischen Marktes kam auch das von Altlasten befreite Unternehmen Chrysler mit den Marken Jeep, Dodge und Ram zu neuen Kräften, verkaufte wieder Autos - mit Gewinn. Allein im dritten Quartal 2013 konnten 464 Millionen Dollar auf der Habenseite verbucht werden. Der Umsatz lag bei 17,6 Milliarden Dollar. Zahlen, von denen Fiat mit seinen Tochter-Marken Alfa Romeo, Lancia und Abarth nur träumen kann. Denn das Europageschäft dümpelt weiter vor sich hin. Zwar lassen die Prognosen für 2014 Hoffnung bei allen Autobauern auf eine leichte Verbesserung aufkeimen. Doch die italienischen sind ähnlich wie die französischen Hersteller so tief im dunklen Umsatzkeller angekommen, dass schon mehr als ein paar Stufen überwunden werden müssen, um wieder ans helle Tageslicht zu kommen. Helfen bei dem mühsamen Weg zurück zu höheren Umsatz- und damit Renditewerten könnte das inzwischen prall gefüllte Konto von Chrysler. Dort sollen inzwischen etwa zwölf Milliarden Dollar liegen. Geld, auf das Marchionne nach der Komplettübernahme jetzt vollen Zugriff hat. Dass er für den noch fehlenden Minderheitsanteil gerade einmal 4,35 Milliarden Dollar an den Gesundheitsfonds der nordamerikanischen Autogewerkschaft zahlen musste, zeigt das Geschick, mit dem der Fiat-Chef verhandelt hat. Zumindest in diesem Bereich hat er seine Hausaufgaben bestens gemacht. Ob das allerdings ausreicht, um die sportliche Tochter Alfa wieder zu altem Glanz zu verhelfen und Fiat aus der Talsohle zu führen, ist fraglich. Der Versuch, den Lancia-Verkauf in Europa wieder anzuschieben, indem Chrylser-Modelle mit Lancia-Emblem verziert wurden, ist bereits gescheitert. Um die Kunden zu überzeugen, müssen Qualität und Preis stimmen. Opel ist hier auf einem guten Weg zurück, um verloren gegangenes Vertrauen zurückzugewinnen. Marchionnes neues Druckmittel gegenüber dem italienischen Gewerkschaften, Produktionen in die USA auszulagern, dürfte sich hingegen bei der Qualitätssteigerung kaum als hilfreich erweisen.


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