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Düsseldorf (ots) - Dass er mehr Zeit für sein Privatleben haben wolle und deshalb aus der ersten Reihe der Politik ausscheide, war ihm schon im Dezember kaum zu glauben. Nun also ist es raus: Der bisherige Kanzleramtsminister Pofalla wechselt in den Bahn-Vorstand. Dort wird er ebensowenig Zeit für sein Privatleben haben wie an der Seite der Kanzlerin. Doch sein neuer Job ist wenigstens zehnmal so gut bezahlt wie sein bisheriger. Die Bahn gewinnt mit Pofalla ungeheuer an politischem Einfluss, schließlich hielt der Merkel-Vertraute jahrelang die Fäden im Machtzentrum der Politik zusammen. Pofalla weiß, wer in den Spitzenpositionen wie agiert, wer dort welche Interessen vertritt. Für die Bahn kommt es in dieser Legislaturperiode darauf an, dass sie von der Ökostrom-Förderung weiterhin ausgenommen wird, welche Vorschriften der Eigentümer Bund ihr für die interne Verwendung der Gewinne machen wird - und wie viel mehr Geld sie vom Bund für neue Investitionen bekommt. Bisher hat sich Pofalla nicht als Bahnpolitiker hervorgetan, aber das muss nichts heißen. Sein Bundestagsmandat wird er aber abgeben müssen: Es kann nicht sein, dass ein Cheflobbyist über die Geschicke seines Arbeitgebers im Bundestag mitentscheidet.


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