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Islamistische Rebellen haben die Kontrolle über Teile der irakischen Städte Ramadi und Falludscha übernommen. Kämpfer der Extremistengruppe Islamischer Staat im Irak und der Levante (ISIL) würden die Hälfte von Falludscha kontrollieren, sagte ein Vertreter des Innenministeriums. Ein AFP-Reporter beobachtete in Ramadi, wie Lastwagen mit schwer bewaffneten Männern durch die Straßen fuhren. Sicherheitskräfte waren nicht zu sehen.

"Die Hälfte von Falludscha ist in der Hand der ISIL-Gruppe", sagte der Ministeriumsvertreter. Die anderen Viertel würden von bewaffneten Stammesangehörigen kontrolliert. Augenzeugen berichteten, die Kämpfer der mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbündeten Gruppe hätten auf den Straßen im Zentrum und im Süden der Stadt Kontrollposten errichtet, die jeweils von sechs oder sieben bewaffneten Männern besetzt seien.

Am Mittwoch hatten Aufständische in Falludscha eine Polizeiwache in Brand gesetzt und hunderte Häftlinge befreit, nachdem sie die Polizei vertrieben hatten. Auch in der Provinzhauptstadt Ramadi wurden vier Wachen angezündet und mehrere Militärfahrzeuge in Brand gesetzt. Auslöser der Gewalt in der unruhigen Provinz Anbar war die Räumung eines Protestlagers sunnitischer Regierungsgegner in Ramadi am Montag.

Ein AFP-Reporter berichtete aus der Stadt westlich von Bagdad, dutzende Lastwagen voller ISIL-Kämpfer würden mit schwarzen Flaggen durch die Straßen fahren und über Lautsprecher Lieder spielen, in denen die Extremistengruppe verherrlicht werde. Sicherheitskräfte waren keine zu sehen, doch hielt sich die Armee außerhalb der Stadt in Bereitschaft.

Nach der Räumung des Protestlagers in Ramadi waren bei Kämpfen mindestens 14 Menschen getötet worden. Aus Protest gegen die Räumung des Lagers legten 44 Parlamentarier ihre Mandate nieder. Ministerpräsident Nuri al-Maliki hatte gesagt, das Protestlager an einer Autobahn nahe der Stadt sei von Al-Kaida unterwandert worden. Er forderte daher die Demonstranten zum Verlassen des Lagers auf.

Im Irak gibt es seit mehr als einem Jahr Proteste der sunnitischen Minderheit gegen die schiitisch dominierte Regierung Malikis. Die Sunniten fühlen sich von der Regierung benachteiligt und sehen sich als Opfer der polizeilichen Repression. Bei der Auflösung eines sunnitischen Protestlagers in der Stadt Hawidscha hatte es im April gewaltsame Auseinandersetzungen gegeben, bei denen dutzende Menschen getötet wurden.


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