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Partenkirchen (dpa) - Die Fans staunen, die Experten rätseln, die Konkurrenz wundert sich: Der österreichische Shootingstar Thomas Diethart schickt sich an, die Skisprungwelt auf den Kopf zu stellen.

Nach seinem ersten Weltcupsieg beim Neujahrsspringen fährt der 21-Jährige als Halbzeitführender der 62. Vierschanzentournee nach Innsbruck. «Wenn mir das einer vor der Tournee prophezeit hätte, hätte ich darüber gelacht. Es ist ein Wahnsinn. Ich bin überwältigt», sagte Diethart.

Trainer Alexander Pointner zog spontan sein Basecap und verbeugte sich an seinem 43. Geburtstag vor seinem Schützling. «Er fährt eine Linie, wo er anderen überlegen ist», erklärte der Coach. «Momentan läuft es einfach und macht riesen Spaß», sagte Diethart.

Anerkennung kam auch vom Gesamt-Dritten Simon Ammann. «Ich habe Diethart vor der Tournee nicht gekannt. Er ist absolut stark gesprungen», lobte der vierfache Olympiasieger. Der frühere Weltklassespringer Toni Innauer schüttelte nur den Kopf. «Der ist auf einer Welle. Wieso geht das plötzlich in so einer Dimension? Er ist in jeder Hinsicht ein Weltklassemann im Moment, so etwas gibt es nur im Skispringen», sagte der TV-Experte aus Österreich.

Ein ähnliches Phänomen gab es in der Saison 2006/07 schon einmal, als der damals weitgehend unbekannte norwegische Klempner Anders Jacobsen zum Tourneesieg flog. Wie Jacobsen musste Bewegungstalent Diethart lange auf den Durchbruch warten. Nach seinem Debüt im Weltcup 2011 folgte eine lange Durststrecke und Einsätze in unterklassigen Wettbewerben.

Eine Woche vor der Tournee tauchte der Niederösterreicher beim Weltcup in Engelberg plötzlich wieder auf und ließ als Vierter und Sechster aufhorchen. Bei seinem erst sechsten Weltcupstart folgte nun der erste Sieg. «Diese Entwicklung war nicht absehbar, dass er reinkommt und auf jeder Schanze unter die Top 5 springt», sagte Bundestrainer Werner Schuster.

Dabei war der Weg Dietharts kein einfacher. «Es ist eigentlich unvorstellbar für eine Familie, die im Flachland wohnt, wo weit und breit nicht einmal eine gescheite Erhebung ist, dass man seinem Buben das Skispringen ermöglicht», erzählte Vater Gernot rückblickend. Bevor der Sohn in die Skischule Stams wechselte, habe er seine Kindheit für diesen Sport geopfert. «Es hat Tiefschläge gegeben, er ist aus allen Kadern geflogen. Er hat sich wieder aufgerappelt. Uns ist das Geld hinten und vorne ausgegangen», berichtete Diethart Senior.

Er denkt ungern an die Zeiten zurück, als er als «Bittsteller» für seinen Sohn an den Türen verschiedener Firmen klopfen musste. Nun hat der Filius innerhalb von zehn Tagen bereits 24 500 Schweizer Franken allein an Prämien verdient - und darf sogar auf den Tournee-Jackpot von 20 000 Euro hoffen.

Gerührt und mit Tränen in den Augen verfolgten die Eltern Dietharts Sieg in Garmisch-Partenkirchen. Vater und Sohn umarmten sich vor der Siegerehrung innig. Bei den kommenden zwei Springen in Innsbruck und Bischofshofen kann Thomas Diethart die Sensation perfekt machen. Der Stolz seiner Familie ist ihm jetzt schon gewiss.


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