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Düsseldorf (ots) - Polizeibeamte werden zu Tausenden strafversetzt, missliebige Staatsanwälte kaltgestellt. Was derzeit im türkischen Justizapparat geschieht, ist ein Zeichen dafür, dass die Regierung von Ministerpräsident Erdogan in Panik ist. Sie sieht überall Verschwörer und reagiert entsprechend überzogen. Doch inzwischen regt sich in der Partei des Regierungschefs der Widerstand gegen die immer maßloseren Komplott-Theorien des Chefs. Nicht alle Politiker der Erdogan-Partei AKP werden sich auf Dauer den Mund verbieten lassen. Auch AKP-Anhänger, selbst islamisch-konservative Intellektuelle, fühlen sich von der Reaktion der Regierung auf den Korruptionsskandal abgestoßen. Demoskopen erwarten einen Rückgang der Unterstützung für die AKP. Das heißt nicht, dass Erdogan unmittelbar vor dem Sturz steht. Nach wie vor ist er bei vielen konservativen Türken sehr beliebt, auch hat er einen Teil der Medien auf seiner Seite. Doch der 59-Jährige wird möglicherweise sein großes Karriereziel - das Präsidentenamt - nicht mehr erreichen. Dafür hat er zu viele Türken zu lange vor den Kopf gestoßen.

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